Frühstück für Mama, Frühstück für Papa - Eine Liedergeschichte

Frühstück für Mama, Frühstück für Papa - Eine Liedergeschichte

Wer kleine Kinder hat weiß, was er sich wirklich für einen arbeitsfreien, nicht alltäglichen Tag erträumt: Ausschlafen. Sich noch einmal umdrehen dürfen. Und vielleicht einmal nichts tun zu müssen. (Oder zumindest ein bisschen weniger).

Manche Eltern haben dann Glück: Heinzelmännchen gleich schleichen sich ihre Kinder morgens in die Küche und decken leise den Frühstückstisch. Da kann es zwar passieren, dass vor jedem Teller ein unterschiedliches Glas steht und für Papa das Piratengeschirr eingedeckt wird, während Mama das Prinzessinen-Gedeck erwartet – aber die Geste zählt. Vielleicht sind die Kinder sogar auf den Gedanken gekommen, die in Kindergarten und Schule vorbereiteten Geschenke zum Muttertag auf den Tisch zu stellen – neben so wichtige Accessoires wie Nuss-Nougat-Creme, Kakao und Honig.

Ein Frühstück für Mama, Frühstück für Papa

Von der angenehmen Überraschung, wenn die Kinder ihre Eltern mit einem Sonntagsfrühstück verwöhnen, singt auch Rolf Zuckowski in seinem Klassiker 'Ein Frühstück für Mama, Frühstück für Papa'. Wobei seine Liedzeilen erahnen lassen, dass es aus Sicht der Kinder durchaus strategisch günstig sein kann, die Eltern mit einem liebevoll gedeckten Tisch zu verwöhnen – so stimmt man doch die Erziehungsberechtigten zur Milde und kann so manche schon zurecht gelegte Standpauke umgehen.

Die Melodie des Liedes geht zurück auf einen italienischen Schlager von Pino D'Angio, der Familie Zuckowski mit zwei kleinen Kindern Anfang der 80er Jahre im Auto auf dem Weg ins spanische Feriendomizil begleitete: 'Evelon Pappa, evelon Mamma' schallte es fortwährend aus dem Lautsprecher. 'Wir schmetterten mit unseren beiden Kindern im Auto alle zusammen irgendein Pseudo-Italienisch, bis der Moment kam, an dem ich diesen Ohrwurm unbedingt ins Deutsche übertragen musste, damit wir mehr als ein paar Fetzen der Melodie singen konnten', erinnert sich Rolf Zuckowski.

Heimlich hatten sie den Tisch gedeckt

Der deutschsprachige Text von Rolf mit dem Verwöhnprogramm für Eltern, der vermeintlich eigene Erinnerungen an die Zeit der kaputten Hosen und kleinen Streiche widerspiegelt, ist mit dem italienischen Original, das eher von Kindheitserinnerungen handelt, kaum noch verwandt. Rolfs Version des Liedes ist dagegen der Wunschtraum vieler Eltern. 'Dass man sich als Kind mit einem Sonntagsfrühstück für die Eltern nach einer Woche mit ein paar Ausrutschern sein Image aufpolieren kann, mag auch heute noch ein guter Tipp sein, aber ‚einfach nur so’, um die Eltern zu verwöhnen oder einfach mal danke zu sagen, ist natürlich noch viel schöner', meint der dreifache Vater erwachsener Kinder.

Sein Tipp für alle Kinder: Überrascht eure Eltern, macht ihnen spontan eine große Freude – nicht nur am Muttertag, und auch nicht nur, wenn ihr etwas ausgefressen habt. Es muss ja nicht immer ein gedeckter Frühstückstisch sein.