Mutmachlieder: Rolf erinnert sich an "Starke Kinder" und mehr

Mutmachlieder: Rolf erinnert sich an Starke Kinder und mehr

Welche Lieder fallen Euch ein, wenn ihr an Mutmachlieder von Rolf Zuckowski denkt? Vielleicht "Ich schaff das schon", "So wie du bist", "Wir Optimisten" und "Starke Kinder"? Viele seiner Lieder stärken Kinder und machen auch Erwachsenen Mut. Dabei geht es oft darum, aufeinander zuzugehen und sich daran zu erinnern, was Klein und Groß miteinander verbindet.

Von einigen dieser Lieder erzählen wir heute, anlässlich des neuen Songs "Ich hab Kraft, ich hab Mut" von VierBettZimmer und der eindrucksvollen Compilation "Starke Kinder, Lieder, die Mut machen".

Mit "Starke Kinder": die eigene Stärke finden

Es gibt nicht viele Texte, über die Rolf Zuckowski so lange gebrütet hat wie über "Starke Kinder". In "Meine Lieder – meine Freunde" beschreibt er, wie er mit diesem Lied jene Stärken herauskitzeln wollte, die nichts mit Muskeln und Macht zu tun haben. Er wollte Mädchen und Jungen ermuntern, ihre ganz eigene Stärke zu finden.

Die gleichnamige CD erschien 1989. Ihr Titelsong wurde auch zu einem Konzerttitel. Mit den Liedern des Albums erreichte Rolf diesmal ältere Kinder. Und die Fotomontage, auf der er mit seiner Gitarre von "starken Kindern" hochgehoben wird, wurde zu einem prägenden Bild der Konzerte und spricht bis heute Bände.

 

Ein Satz von Andreas wird zu "Ich schaff das schon"

Besonders deutlich erinnert sich Rolf an die Entstehung von "Ich schaff das schon". Sein Sohn Andreas war damals noch klein. Bei einem Spaziergang durch das Blankeneser Treppenviertel stolperte er auf den alten, ausgetretenen Stufen. In seiner Biografie "Ein bisschen Mut – Ein bisschen Glück" schreibt Rolf Zuckowski: „Andreas stolperte, ich wollte ihn aufheben. »Ich schaff das schon«, war die selbstbewusste Reaktion des kleinen Mannes. Dieser Satz begleitete mich auf dem weiteren Spaziergang und wurde, noch auf dem Weg nach Hause, zu meinem vermutlich wichtigsten Lied.“ 


In dem Lied geht es um Maike. Der schwungvolle Refrain begleitet sie durch verschiedene Lebensphasen. Als Kind hinzufallen und wieder aufzustehen, scheint fast selbstverständlich. Doch Maike bewahrt sich diese Haltung auch später. Sie lässt sich weder durch Scheitern noch durch eine Scheidung unterkriegen.

Die liebevolle und bildhafte Beschreibung machte es so vielen Menschen möglich, sich mit Maike zu identifizieren und es ihr gleichzutun: immer wieder aufzustehen und weiterzumachen. So einfach und doch in der Verbindung von Text und Musik ein kleiner Geniestreich. Oder wie Gunda Fleischhauer, die Gründerin des Erich-Kästner-Kinderdorfes sagte: Eine gesungene Affirmation.

Zu diesem Lied hat Rolf besonders intensive Rückmeldungen erhalten. Menschen erzählten ihm, "Ich schaff das schon" habe ihnen bei einer Prüfung geholfen oder in einer schwierigen Situation neuen Mut gegeben. 

 

Brücken bauen und Gemeinschaft stärken

Auch "Lieder, die wie Brücken sind" handelt davon, Gemeinschaft zu stärken. In "Ein bisschen Mut – Ein bisschen Glück" beschrieb Rolf, dass sich mit Kindern solche Liederbrücken erstaunlich leicht bauen lassen – und dass Musik helfen kann, Sprachlosigkeit zu überwinden. Dabei dachte er auch an Begegnungen mit Menschen, die mit körperlichen und geistigen Einschränkungen ihr Leben meistern.

Ein weiteres Lied, das Brücken baut, ist "Freunde sein" von Frank und Rale Oberpichler. Es entstand 2002 für das Verkehrssicherheitsprojekt "Rot und Grün – Schau mal, hör mal mit". Das Lied beschließt Album und Film. Auch Rolf sang es auf der Bühne gern zum Abschied. Das Lied erzählt davon, auf andere zuzugehen, gemeinsam etwas zu schaffen und Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Im Sinne von Rolf Zuckowski ist das ein Lied, das Brücken baut: zwischen Kindern und Erwachsenen, zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft. Doch seht und hört selbst, was Rolf über gute Freunde berichtet:

 

Die Zukunft ein Stück selbst in die Hand nehmen

Die Power der Kinder muss nicht immer nur von Erwachsenen angeleitet werden. In "Wir sind Kinder" (1981) und "Kinder macht euch startbereit" werden sie als wichtiger Teil der Zukunft sichtbar – so wie die Kinder aus Rolf Zuckowskis ZDF-Serie "Singen macht Spaß".

200 Kinder stürmten 1988 – für den Dreh abgesprochen – den Bürgerschaftssaal im Hamburger Rathaus und sangen "Wir sind Kinder". Ein starkes Signal für den Stellenwert der Kinder in unserer Gesellschaft, damals wie heute. Rolf nimmt Kinder in diesen Texten ernst, ohne ihnen die Verantwortung der Erwachsenen aufzubürden.

Die ganze Liedergeschichte und den Song findet ihr hier:

 

Optimismus auch zwischen den Zeilen

Über "Wir Optimisten“ haben wir bereits ausführlich berichtet. Das Lied bringt den Wunsch nach einer positiven, zuversichtlichen Zukunft mit Kindern zum Ausdruck.


Viele andere Lieder von Rolf Zuckowski spielen weniger mit den Worten Stärke, Mut und Optimismus. Sie begegnen Kindern auf Augenhöhe und lassen sie spüren, dass sie ernst genommen werden – ob im Geburtstagslied oder in den Songs von "Radio-Lollipop" und "Rolfs neuer Schulweg-Hitparade". Und oft ist ein leichtes Augenzwinkern dabei. Humor ist eben auch ein Stück Optimismus.