"Wir entdecken die Elbe" (Teil IV)

Wir entdecken die Elbe (Teil IV)

'In dem Buch sind nur zwei Lieder von mir aufgeführt', erklärt Rolf Zuckowski. 'Das Kapitel ‚Singen am Fluss’ beginnt mit meinem Lied ‚Elbkinder’ und schließt mit der Hymne ‚Wir hier an der Elbe’.' Die übrigen zwölf Lieder bilden einen musikalischen Bogen von der Quelle bis an die Mündung der Elbe, ausgewählt von Rolf Zuckowski und Aktiven des Vereins Elbkinderland. 'Bereits 2006 haben wir mit dem Sammeln typischer Lieder entlang der Elbe begonnen und über das Radio und in Regionalzeitungen entsprechende Aufrufe gestartet', erinnert sich Zuckowski. 'Aus den vielen Einsendungen von der sächsischen Schweiz bis zur Waterkant habe ich zusammen mit meinem Team vom Verein Elbinderland die Qual der Wahl gehabt und nun eine Auswahl getroffen, die sich vor allem an der Idee einer Liederreise entlang des Stroms orientiert.'

Die Lieder spiegeln sowohl die verschiedenen Landschaften als auch die Lebensweisen an der Elbe wider, der Fluss als Transportweg, Angelrevier und öffentliche Badeanstalt spielt dabei die zentrale Rolle. 'Die Sammlung umfasst alte und neue, bisher unveröffentlichte Lieder, ans Licht beförderte Schätze aus alten Liederbüchern und knirschenden Schallplatten und mündlich Überliefertes', sagt Rolf begeistert. 'So verschieden wie ihr Ursprung sind auch die Melodien und Texte. Manche sind frisch und fröhlich, andere eher besinnlich und erinnernd.'

Die Elbmetropolen Dresden, Magdeburg und Hamburg werden ebenso besungen wie die vielen kleinen Perlen und Städtchen an der Elbe. Dabei verzichtet Rolf auf allzu bekannte Gassenhauer und Hymnen der einzelnen Städte. Während viele mit der Hafenstadt Hamburg vor allem den 'Hamburger Veermaster' oder 'Auf der Reeperbahn nachts um halb ein' verbinden, wählte Rolf bewusst 'Die Stadt mit der Nase im Wind'. Dieses Lied von Martin Lingnau und Edith Jeske erschien erst 1995 und charakterisiert die Weltstadt Hamburg im Ist-Zustand äußerst treffend.

Die Sammlung der Elblieder umfasst Songs für kleine und große Leute, Solisten, Familien und Chöre. Auch die regionalen Besonderheiten und entsprechenden Mundarten sind in dem Buch vertreten. Das 'Dresdner Sachsenlied' erklingt im breiten sächsisch, aus Brunsbüttel kommt das plattdütsche 'Wo de Wind von See her weiht'. Das tschechische Lied 'Koraby', das von der Arbeit der Elbschiffer und ihrer Fracht handelt, wurde von Rolf Zuckowski mit Hilfe von Dresdner Elbkinderlandfreunden ins deutsche übertragen und erklingt wie das Pendant zum bekannten 'Winde wehn’, Schiffe geh’n.'

Um ein Selbersingen der Elblieder zu Erleichtern wurden die Noten von Michael Gundlach als Melodiestimme mit Harmoniebezifferung überarbeitet. In kleinen Konzerten entlang der Elbe wird Rolf Zuckowski die Lieder präsentieren. 'Ich wünsche mir, dass Eltern und Großeltern zusammen mit ihren Kindern die Lieder singen und die klingenden Schätze so von Generation zu Generation weitergeben', sagt Rolf Zuckowski. 'Und wer die Elbe bereist, sollte mindestens ein Lied im Rucksack mit nach Hause bringen.'