Interview mit Anuschka Zuckowski/ Start Album "Leben ist mehr"

Interview mit Anuschka Zuckowski/ Start Album Leben ist mehr

Wann haben Sie Ihre Singstimme entdeckt?
Meine Eltern erzählen, ich habe schon gesungen, bevor ich richtig sprechen konnte. Früher konnte ich mir das nicht vorstellen, doch nun erlebe ich meine zweijährige Tochter, die begeistert aus der Liederfibel singt und unglaublich textsicher ist. Wirklich entdeckt, dass ich einigermaßen singen kann, habe ich mit sieben Jahren. Da sang ich auf dem Album 'Rolfs Schulweghitparade' mein erstes Solostück 'Ich hab’ mich verlaufen'.

Haben Sie eine musische Ausbildung hinter sich?
Ich habe ein paar Gesangstunden genommen, aber das war nie befriedigend. Der klassische Gesang reizt mich nicht, und so habe ich die Übungsstunden wieder aufgegeben und mich auf meine natürliche Singstimme verlassen. Viel mehr habe ich mich seit der Schulzeit mit Tanz in allen Formen beschäftigt, schon immer intensiv Jazzdance gemacht und nach der Schule die Stage School of Music, Dance and Drama besucht. Danach kam eine temporäre Abkehr vom Showgeschäft und ich studierte Medizin, der Weg ins Rampenlicht schien mir nicht der richtige zu sein.

Die neue CD 'Leben ist mehr' ist nicht Ihr erstes Projekt zusammen mit Ihrem Vater.
Ich denke, ich bin nicht ganz unschuldig daran, dass mein Vater Musik für Kinder macht. Eigentlich bin ich das Vogelbaby, für das die Eltern ihr Nest bauen und unermüdlich Nahrung herbeischaffen. So bin ich wie mein Vater mit den Liedern und seinem Erfolg gewachsen und war immer im Kreis der singenden Kinder integriert. Seit einigen Jahren nun bin ich gerne fester Bestandteil der Band.

Gab es vor dieser CD schon gemeinsame Produktionen?
Hat denn keiner gemerkt, dass ich die Hasenmutter in 'Rolfs Hasengeschichte' bin? Außerdem habe ich zusammen mit meinem Vater die Gutenacht-CD 'Heia' produziert, die Kinder und Eltern sanft vom erlebnisreichen, lauten Tag in die erholsame, stille Nachtruhe begleitet.

Haben Sie nie daran gedacht aus dem Kielwasser ihres prominenten Vaters auszubrechen und eigene musikalische Projekte zu realisieren?
Der Entschluss mit meinem musikalischen Talent und meiner neu entdeckten Freude am Texten an die Öffentlichkeit zu gehen kam erst spät und zögerlich. Während meiner Münchner Studienzeit habe ich in einer Coverband gesungen, leider spielten wir hauptsächlich in unserem Probenraum. Doch der Keyborder dieser Band, Jörg Löffler, schreibt wunderbare Songs, so dass ich mit ihm und unter dem Bandnamen Scye eine englischsprachige CD produzierte. Auch die Melodie des Songs 'Königreich' auf der aktuellen CD stammt von ihm.

'Königreich' ist der ganz eigene Anuschka-Part auf der CD – selbst getextet und gesungen.
Die Inspiration kam ganz plötzlich. Wenn man mich und meine Familie kennt merkt man schnell, dass der Text dieses Liedes für meinen Sohn geschrieben wurde. In nahezu jeder Zeile erkennt man ihn wieder. Anfang 2008 werden wir diesen Song zusammen mit dem Schlusslied der CD 'Und die Kinder schlafen', dass ich gemeinsam mit meinem Vater singe, als Singleauskopplung an die Radiostationen geben.'

Ist es schwer als Tochter eines so bekannten Liedermachers seine Solokarriere zu starten?
Der Name Zuckowski kann helfen, aber auch sehr viel erschweren. Ich bin mit meinem Vater in die Musikwelt hineingewachsen und kenne auch die Schattenseite der Branche, die vielen Termine am Wochenende, den Druck, vor dem Publikum bestehen zu müssen. Mein Vater und ich stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen uns. Er unterstützt mich darin meinen eigenen musikalischen Weg zu finden, der aber von seinem gar nicht so sehr abweicht. Wir singen beide melodiösen, deutschsprachigen Pop.

Ihr drittes Lied auf dem Album 'Und die Kinder schlafen' wurde von ihrem Vater an sie weitergegeben- Ein Lied zum 'Luftholen' für alle Eltern, das viel Zärtlichkeit ausdrückt. Haben Sie mit ihrem Vater immer die Übereinstimmung und Seelenverwandtschaft, die das gemeinsame Album vermuten lässt?
Wir sind uns sehr, sehr ähnlich. Dadurch entsteht eine extrem enge Beziehung, in der wir auch schon gehörig aneinander geraten sind. Je älter ich werde desto mehr merke ich, dass wir uns musikalisch ergänzen und einen gemeinsamen Stil verfolgen.

Wie soll es weiter gehen? Wird aus dem künstlerischen Talent ein professioneller Beruf oder bleibt es bei gelegentlichen Aufnahmen im Tonstudio?
Ich habe lange gebraucht, um zu merken wie viel Freude mir die Arbeit an eigenen Liedtexten bringt. 'Königreich' wird sicher nicht der letzte veröffentlichte Titel von mir bleiben.

Sollen wir uns auf einen langfristigen Generationswechsel in der Musikerfamilie Zuckowski einstellen?
Wir sind alle in der Musikwelt gefangen, meine Bruder Alexander als Produzent und Songwriter noch viel stärker als ich. Doch wenn es mir gelingt mit meiner Stimme die Lieder meines Vaters weiter in die Welt zu tragen und dazu mein eigenes Profil als Sängerin weiter zu schärfen, wird der Name Zuckowski auch in der nächsten Generation im Musikgeschäft verankert sein.